Der KEV-Mechanismus

Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV)

KEV Web Gross

Ein Zuschlag, ein Topf und eine Vergütung bestimmen massgeblich über die Entwicklung der erneuerbaren Energien in der Schweiz. Doch der Mechanismus ist kompliziert. Ein Erklärungsversuch.

Das Ziel ist, die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien bis ins Jahr 2030 um 5’400 GWh gegenüber dem Stand des Jahres 2000 zu erhöhen (Stand 2000: 850 GWh, Stand 2012: 1’940 GWh, Ziel 2030: 6’250 GWh).

Um dieses Ziel zu erreichen, werden erneuerbare Energien staatlich gefördert: Swissgrid, die Betreiberin des Schweizer Stromnetzes, erhebt einen Zuschlag pro kWh. Diese Zuschläge wandern in einen Topf.

Das Geld aus dem Topf finanziert Anlagen für erneuerbare Energien. Die Höhe des Zuschlages bestimmt der Bundesrat, ein Gesetz regelt den maximalen Betrag.

Ohne KEV

Der Anlagenbetreiber erhält für den ins Netz eingespeisten Öko-Strom den Marktpreis. Die Öko-Strom-Produktion ist jedoch teurer als der Marktpreis. Der Anlagebetreiber würde also einen Verlust machen.

Mit KEV

Der Anlagenbetreiber erhält aus dem KEV-Topf einen Tarif pro eingespeiste kWh für eine Periode von 20 Jahren. Der Tarif setzt sich zusammen aus dem Marktpreis sowie der Differenz zur Deckung der über den Marktpreis hinausgehenden Gestehungskosten der Anlagen.

Das Problem

Um vom KEV-Topf zu profitieren, muss der Anlagebetreiber seine Anlage bei Swissgrid anmelden. Es ist jedoch zu wenig Geld im Topf, um alle angemeldeten Anlagen zu finanzieren.

Deshalb ist eine Warteliste von über 25’000 Projekten entstanden. Diese soll nun abgebaut werden mittels einer Gesetzesänderung.

Aktueller Zuschlag und KEV-Topf

Der vom Bundesrat bestimmte Zuschlag beträgt bis zum 31. Dezember 2013 0,45 Rp./kWh, ab dem 1. Januar 2014 0,6 Rp./kWh. Bei einer Höhe des Zuschlages von 0,45 Rp./kWh fliessen jährlich ca. 200 Mio. CHF in den KEV-Topf, bei 0,6 Rp./kWh ca. 300 Mio. CHF und bei 1 Rp./kWh ca. 500 Mio. CHF.

Praxis heutiges Gesetz Nach der Gesetzesänderung
Zuschlag max. 1 Rp./kWh max. 1.5 Rp./kWh
Maximale Beiträge aus dem KEV-Topf pro Jahr (Teildeckel)* Wasserkraft (bis 10 MW): 50%
Windenergie: 30%
Geothermie: 30%
Biomasse / Abfälle aus Biomasse: 30%
Photovoltaik: max. 30% (abhängig von Gestehungskosten)
Die maximalen Beiträge (Teildeckel) fallen weg. Es gilt nur noch ein Teildeckel für PV. Jedoch werden PV-Anlagen auf der Warteliste gegenüber allen anderen bevorzugt behandelt.

Der Bundesrat legt den Teildeckel für PV pro Jahr in Form eines Kontingentes fest, beginnend bei 130 MW.
Vergütung Vergütung pro kWh während 10 bis 20 Jahren für alle Arten von Anlagen Vergütung pro kWh, Wahl bei PV.

Der Betreiber hat je nach Anlage die Wahl zwischen KEV und Einmalvergütung:
KEV: Vergütung pro kWh während 20 Jahren.
Einmalvergütung: Rückzahlung von 30% der Investitionskosten.
Einspeisung Der gesamte produzierte Strom wird ins Netz eingespiesen Eigenverbrauch / Selbstversorgung möglich

* Maximale Beiträge aus dem KEV-Topf pro Jahr (Teildeckel): Addiert ergeben diese mehr als 100%. Es gilt der «first come first served»-Mechanismus. Es kann sein, dass in einem Jahr Wind und Geothermie auf 30% der Beiträge kommen. Dann bleiben nur noch 40% für Wasserkraft, Bio und PV zusammen. Wind erhält aber in jedem Fall nicht mehr als 30%. Im nächsten Jahr könnte Wasserkraft dann 50% der Summe aus dem KEV-Topf beziehen. Dann bleiben für die restlichen Arten wiederum nur noch 50%, die sie unter sich aufteilen.



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