Connectivity

Wie die vernetzte Welt unser Leben verändert

Journal 2/14 Connectivity Web Gross

Der globalen Vernetzung liegt der Megatrend der Digitalisierung zu Grunde. Zusammen mit der Entwicklung des Internets gewinnt die Gesellschaft an Flexibilität und Unabhängigkeit. Als Folge müssen Firmen ihre Dienstleistungen und Kundenbeziehungen überdenken. Die Elektrobranche mit ihren vielen KMU ist in einer guten Position, um davon zu profitieren.

Es ist ein begründetes Gefühl, wenn man bedenkt, dass die Welt immer kleiner wird. Lange Reisezeiten für Urlaube gehören ebenso der Vergangenheit an wie auch das stationäre Festnetztelefon zu Hause.

Grenzen verschwinden, Distanzen werden kleiner und wir haben immer mehr Möglichkeiten, uns untereinander auszutauschen und zu begegnen.

In den letzten Jahrzehnten hat die Vernetzung der Menschen immer mehr zugenommen.

Das Wachstum von Waren- und Rohstoffströmen oder auch im Personenverkehr konnte selbst von schweren Wirtschaftskrisen nur vorübergehend gebremst werden. Doch nichts hat in den letzten Jahren so stark zugenommen wie der Daten- und Kommunikationsaustausch.

Im Vergleich zum Jahr 2005 haben sich die internationalen Telefonminuten verdoppelt und der Internet-Verkehr ist beinahe 20 Mal so hoch. Die Ursache für diese explosionsartige Entwicklung ist die Digitalisierung.

Megatrend Digitalisierung

Streng genommen bedeutet der Begriff «Digitalisierung» die Überführung von analogen in digitale Daten. Die Gründe für diesen Trend liegen auf der Hand. Digital ist günstiger, flexibler und besser verfügbar. Nur noch wenige pflegen ihre CD-Sammlung zu Hause, führen Termine und Kontakte auf Papier oder schreiben Briefe. Stattdessen laden wir Musik auf unser Smartphone, haben elektronische Agenden und versenden E-Mails von unterwegs. Für Privatpersonen wie auch für Unternehmen bedeuten digitale Daten Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne. Die Auswirkung der Digitalisierung auf die Gesellschaft ist enorm, vor allem, wenn man sie im Zusammenhang mit dem Ausbau des Internets betrachtet.

Befeuert durch das Internet

Das Internet hat grundlegend verändert, wie wir miteinander kommunizieren, interagieren und leben. Auf Google Maps schlagen wir Orte und Routen nach. Über die SBB-App erfahren wir die Verbindungen und Fahrpläne und wenn wir verspätet sind, schreiben wir unseren Freunden über WhatsApp.

Auf das Internet zugreifen konnten wir am Anfang von unseren stationären Computern. Der mobile Zugriff startete danach mit Laptops und erlebte den Durchbruch mit Smartphones und Tablets.

Der Ausbau des Breitbandnetzes und die ständige Verfügbarkeit des Internets haben nun zur Folge, dass auch immer mehr elektronische Geräte in unserem täglichen Umfeld daran angeschlossen werden. Experten halten es sogar für möglich, dass künftig alle Geräte, die über eine Stromzufuhr verfügen, über das Internet angesteuert werden können.

Dadurch wäre zum Beispiel ein Kundendienst in der Lage, die Benutzer in Echtzeit zu unterstützen, indem er auf die im Haushalt vernetzten Geräte zugreifen kann. Lange Recherchen in Bedienungsanleitungen oder im Internet auf Kundenseite erübrigen sich, weil in Zukunft die Lösung augenblicklich als dreidimensionales Live-Bild auf dem Bildschirm des Tablets erscheint.

Beschleunigt neue Strukturen

Aufgrund der Digitalisierung und der zunehmenden Vernetzung beschleunigt sich die Technologieentwicklung. Dadurch können etablierte Unternehmen und ganze Märkte erschüttert werden und verschwinden. Man denke an ehemalige Branchenleader wie Kodak in der analogen Fotografie oder Nokia bei den Mobiltelefonen. Auf der anderen Seite entstehen neue Möglichkeiten für Unternehmen und selbst kleine Firmen können dank des globalen Austauschs zu multinationalen Unternehmen werden.

Diese Entwicklung wird auch begünstigt durch eine Machtverschiebung in der Beziehung von Unternehmen und Kunden. Mit der weltweiten Vernetzung, welche den Austausch fördert und die Transparenz erhöht, können Internetnutzer die Zukunft von Firmen mitgestalten und deren Entwicklung entscheidend prägen.

Fordert KMU

Diesem Trend müssen sich nicht nur die Grossfirmen, sondern auch die KMU stellen. Die Stärken der mittelständischen Unternehmen liegen in der hohen Flexibilität, der Innovationskraft und der persönlichen Kundenbeziehung. Damit könnten sie zu den grossen Gewinnern dieser Entwicklung zählen.

Es bestehen jedoch auch Gefahren für KMU. Die Digitalisierung ist ein Trend, der Firmen in vielen verschiedenen Facetten konfrontiert. Hierbei besteht die Herausforderung in der Entscheidung, welchem Trend man folgen soll, und sich mit seinen beschränkten Ressourcen nicht zu verzetteln. Die Bedürfnisse für ein papierloses Büro, eine App für Kunden oder Social-Media-Tätigkeiten sind von Firma zu Firma unterschiedlich.

Die Beratungsfirma Deloitte hat einen Leitfaden zu den Auswirkungen der Digitalisierung für KMU erstellt. Für sie sind mittelständische Firmen im Vorteil, weil diese es sich leisten können, bei neuen Trends nicht an vorderster Front gehen zu müssen. Stattdessen können sie anhand von Beispielen und Fällen anderer Unternehmen überprüfen, wo sie in der Geschäftstätigkeit von der Digitalisierung und Vernetzung profitieren.

Dabei sollten sie auch ihr Bauchgefühl nicht vernachlässigen. Denn ein wichtiger Erfolgsfaktor ist, dass die Veränderung in die Firmenkultur passen muss.

Arbeit für Elektrobranche

Heute stellt sich demnach weniger die Frage nach der technischen Machbarkeit als die Akzeptanz des Marktes für die durchgehende Digitalisierung aller Lebens- und Geschäftsbereiche. Eines ist aber sicher: Die globale Vernetzung schreitet voran und überall, wo ein Netz entsteht, braucht es einen Elektriker, der die taugliche Infrastruktur bereitstellt.


Quellen:
- Project Syndicate «Globale Vernetzung und globales Wachstum»
- Hill+Knowlton Strategies «Digital Society: Der Megatrend Digitalisierung und was er für die Kommunikation von Unternehmen und Organisationen bedeutet»
- Deloitte «Digitalisierung im Mittelstand»
- Ossi Urchs «Business 2.0 Wie Digitalisierung und Vernetzung Wirtschaft und Unternehmen verändern»
- Netzwertig.com «Das Internet der Dinge wird Realität»