Car-Sharing Pilotprojekt: Die Zukunft gehört den Pionieren

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Im Grossraum Zürich bietet das Pilotprojekt «eMotion» Unternehmen und Privatpersonen die Möglichkeit an, ihr Elektro-Fahrzeug der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Das wachsende Bedürfnis an Mobilität stellt für dicht besiedelte Regionen wie die Zürcher Agglomeration eine grosse Herausforderung dar. Das Projekt «eMotion Zürich» wurde im Mai 2014 von der Plattform «Zukunft urbane Mobilität» ins Leben gerufen. Diese Organisation vereint verschiedene Teilnehmer aus der öffentlichen Hand, aus Vereinen und der privaten Wirtschaft, die gemeinsam das Ziel verfolgen, innovative Lösungen für die Mobilität der Zukunft im städtischen Raum zu erforschen.

«eMotion»: Wie funktioniert das?

Das Projekt «eMotion» ist ein Car-Sharing-System mit Elektro-Autos, das von den Elektrizitätswerken der Stadt Zürich (ewz), des Touring Club Suisse und der Migros unterstützt wird. Für eine Investition von 25'000 Franken erhalten die Projekt-Teilnehmer einen Elektrowagen Renault ZOE und eine mit Ökostrom versorgte Ladestation. Als Gegenleistung müssen sie dieses Elektro-Auto über die Online-Reservierungsplattform «Sharoo» der Öffentlichkeit anbieten.

Eine Mobile App ersetzt den Autoschlüssel

«Sharoo» ist eine unabhängige Plattform für privates Fahrzeug-Sharing und vereint Fahrzeugbesitzer mit Menschen, die ein Fahrzeug mieten möchten. Der grosse Vorteil dieses Systems ist, dass es ermöglicht, ein Auto einfach und schnell untereinander zu teilen. Nachdem sie die «Sharoo»-App heruntergeladen haben, können die Mieter ganz einfach das reservierte Fahrzeug mit dem Smartphone öffnen. Langwierige Bemühungen, um die Schlüsselübergabe zu vereinbaren, gehören somit der Vergangenheit an.

Delag AG: Ein begeisterter Pionier
Die Elektroinstallationsfirma Delag AG mit Hauptsitz in Zürich und einer Filiale in Hinwil nimmt am Pilotprojekt «eMotion» teil. Geschäftsleiter Roger Jud erzählt uns seine ersten Eindrücke.

Herr Jud, wie wurden Sie auf das Carsharing-Pilotprojekt «eMotion» aufmerksam?
Ich war an der Messe «Auto Zürich» und interessierte mich für die angebotenen Elektro-Autos.

Was war Ihre Motivation, bei diesem Projekt mitzumachen?
Die Idee, mein Auto mit jemandem zu teilen, wenn ich es selber nicht brauche, finde ich super. Ausserdem kann ich somit jemandem beim Entscheid für oder gegen ein Elektroauto helfen.

Können Sie uns etwas über Ihre ersten Erfahrungen erzählen?
Als das Auto zum ersten Mal auf der Carsharing-Plattform aufgeschaltet wurde, war ich etwas verunsichert… Aber in der Praxis läuft alles sehr gut. Das Auto ist an Wochenenden meistens ausgebucht, und mit den Mieteinnahmen kann ich in etwa die Kosten der Batterie-Miete für das Fahrzeug abdecken. Bis jetzt sind keine Beschädigungen oder Verunreinigungen gemacht worden und die Kommunikation mit den Mietern funktioniert prima. Da einige Benutzer längere Strecken fahren wollten, habe ich die Reichweite des Fahrzeugs erhöht, indem ich es mit einer Zugangskarte für die Ladestationen des Netzwerkes MOVE von Groupe E ausrüstete.

Kommt jetzt die Elektro-Revolution in der Autoindustrie?
Leider, nein. Ich glaube, die Autoindustrie hat kein grosses Interesse, Elektroautos zu verkaufen. Was könnte sie dann noch selber entwickeln, herstellen, verkaufen, geschweige denn unterhalten? Ausser der Karosserie, dem Fahrwerk und dem Design werden ja praktisch sämtliche Komponenten zugekauft und eingebaut. Im Service-Geschäft könnte sie noch defekte Teile und verbrauchte Batterien ersetzen. Die Hybridfahrzeuge werden wahrscheinlich nur eine Zwischenlösung sein, denn es kann ja nicht sein, dass ein Fahrzeug in der heutigen Zeit mit zwei kompletten Antriebssystemen ausgestattet wird! Ich könnte mir vorstellen, dass eher Firmen wie Tesla, Google und andere die bestehenden Autokonzerne unter Druck setzen werden.



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