Studien bringen Licht ins Dunkle

E-Mobility

Journal 3/15 E-Mobility Gross

Der Elektromobilität wird zwar grosses Potenzial eingeräumt und sie steht für den ökologischen Wandel in der Individualmobilität. Doch bestehen wenige Informationen über die Nutzung im Alltag, weshalb sich einige Vorurteile gegenüber Elektroautos in der Gesellschaft halten. Zwei Untersuchungen in der Schweiz und in Deutschland liefern nun interessante Anhaltspunkte.

In diesem Jahr wurden in Deutschland und in der Schweiz zwei Studien zur Nutzung von Elektroautos publiziert. Für die Studie in Deutschland wurden 3‘000 private und gewerbliche Eigentümer von Elektroautos befragt. Die Studie in der Schweiz begleitete ihre 200 Teilnehmer über rund 18 Monate und untersuchte den Gebrauch, das Verhalten und Vorurteile von Elektroautos.

Die Studie aus Deutschland kam zum Schluss, dass der durchschnittliche private Nutzer eines Elektrofahrzeuges gut gebildet, männlich und 51 Jahre alt ist sowie über ein höheres Einkommen verfügt. Für 80% der Befragten ist das Elektroauto ein Zweitwagen.

Der Elektromobilität werden zwar vor allem in der Stadt Vorteile gegenüber den benzinbetriebenen Autos eingeräumt, doch nur rund 20% der Nutzer wohnen in einer grösseren Stadt.

Mit einem durchschnittlichen Gebrauch am Werktag von 43 km werden Elektroautos gleich wie Benziner genutzt. Auf das Jahr gerechnet besteht mit 10‘300 km für Elektroautos und 15‘400km für Benziner jedoch ein grosser Unterschied. Der Grund liegt darin, dass für Wochenend- und Urlaubsfahrten vornehmlich auf benzinbetriebene Autos zurückgegriffen wird.

Aufgeladen werden die Autos dort, wo sie am längsten stehen; am Wohnort und am Arbeitsplatz. Lademöglichkeiten im öffentlichen Raum spielten für die Befragten kaum eine Rolle.

Für den Kauf eines Elektroautos sprachen die günstigen Energiekosten pro Kilometer, der Fahrspass, Interesse an innovativer Fahrzeugtechnologie und die Reduktion der Umweltbelastung. 80% der Privaten würden ein Elektroauto denn auch weiterempfehlen, gewerbliche Nutzer planen weitere Anschaffungen.

Die Studie aus der Schweiz untersuchte mit den Kosten, der Reichweite und den Ladestationen drei grosse Kritikpunkte aus der Gesellschaft gegenüber der Elektromobilität.

Es stellte sich heraus, dass der höhere Anschaffungspreis denn auch das entscheidende Argument gegen ein Elektroauto ist. Gleichzeitig gaben aber 30-40% der Befragten an, ein Elektroauto wegen der tiefen Betriebskosten gekauft zu haben. Im Vergleich kam die Studie zum Schluss, dass die Teilnehmer mit einem Elektroauto rund CHF 840 pro Fahrzeug und Jahr sparten.

Die durchschnittliche jährliche Reichweite von 11‘500 km entspricht dem Durchschnitt aller Personenwagen. Auch hier wurden die Autos vornehmlich zu Hause oder am Arbeitsplatz geladen. Weniger als 10% der Teilnehmer nutzten andere Ladestationen und auch Firmen hatten kein grösseres Bedürfnis nach öffentlichen Ladestationen. Bei den Privaten wünschten sich immerhin 30% öffentliche Schnelladestationen.

In Bezug auf den Verbrauch hat die Studie herausgefunden, dass bei den Fahrern mit der Zeit ein Lerneffekt entstand. Bei längeren Strecken achteten sie mit der Heizung, dem Fahrstil und der Geschwindigkeit darauf, dass sie sparsamer fuhren und die Reichweite besser ausschöpfen konnten. Aus diesem Grund hielt sich der Mehrverbrauch im Winter mit 16% in Grenzen.

Für den Kauf eines Elektrofahrzeuges sprachen auch hier das Interesse an neuer Technik, die Umweltbilanz und die Unabhängigkeit von fossilen Treibstoffen. Häufig angemerkt wurde, dass es für viele Teilnehmer wichtig war, den Strom aus der eigenen PV-Anlage zu beziehen.

Quellen:
Studie «Korelation» von Fachverband «e’mobile»
Studie «Erstnutzer von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Nutzerprofile, Anschaffung, Fahrzeugnutzung» des Forschungszentrums der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt «DLR»

Unser Angebot für Elektrofahrzeuge:
- Photovoltaik-Anlagen für die Produktion des eigenen Stroms
- Energiemanagement-Systeme für die Nutzung des eigenen produzierten Stroms
- Ladesäulen mit Leistungen von bis 22 kW für die Garage
Unsere Spezialisten aus dem Team Erneuerbare Energien beraten Sie gerne.
photovoltaik@w-f.ch
044 839 59 59

Unsere Elektroautos fahren einwandfrei

Journal 3/15 E-Mobility Max

Max Jucker hat gute Erfahrungen mit Elektroautos gemacht.

Winterhalter + Fenner verfügt mit dem Citroën C-Zero bereits seit dem Jahr 2011 über ein Elektroauto. Vor zwei Jahren kam noch der Tesla Model S dazu. Betreut werden sie von Max Jucker, Leiter des Zentrallagers in Wallisellen.

Herr Jucker, weshalb hat Winterhalter + Fenner eigene Elektroautos?

Als innovatives Unternehmen sind wir immer interessiert an neuer Technik. Wir wollten wissen, was «E-Mobility» für uns und für unsere Kunden bedeutet. Um Erfahrungen aus erster Hand zu sammeln, haben wir uns damals deshalb den Citroën C-Zero angeschafft.

Wer benutzt diese Autos?

Die Fahrzeuge benutzen wir als Angestellte der Firma. Wenn ich einen Termin in Luzern habe, kann ich mit dem Elektroauto dorthin fahren. Unsere Kundenberater im Aussendienst können mit unserem Tesla auf Kundenbesuche gehen und auch unseren Kunden stellen wir ihn für Testfahrten zur Verfügung.

Welche Erfahrungen haben Sie mit den Elektroautos gemacht?

Die Autos fahren einwandfrei und sind vollkommen alltagstauglich. Wie bereits erwähnt, kann ich mit dem Citroën nach Luzern fahren. Dort lade ich das Auto während meines Termins auf und fahre danach wieder hierher zurück nach Wallisellen. Mit dem Tesla erreiche ich von hier sogar unsere Westschweizer Filialen. Indem ich das Auto vor Ort auflade, kann ich nach Lausanne, anschliessend nach Neuenburg und danach wieder zurückfahren. Sollte die verbliebene Reichweite nicht genügen, halte ich auf dem Rückweg noch kurz bei der Schnellladestation in Egerkingen an und trinke für eine Viertelstunde einen Kaffee. Meistens benötigen wir unsere Elektroautos jedoch für viel kürzere Strecken.

Worauf mussten Sie zu Beginn besonders achten?

Es muss einem bewusst sein, dass das Netz der Ladestationen nicht so gut ausgebaut ist wie jenes der Benzintankstelle. Das heisst, ich muss mir jeweils vor der Fahrt überlegen, wohin ich möchte und wo ich allenfalls aufladen kann. Wenn ich mit einem der Elektroautos unterwegs bin, benötige ich Ladestationen nur bei längeren Strecken. In den meisten Fällen genügt es, wenn ich die Autos zu Hause oder bei der Arbeit auflade. Wichtig dabei ist, dass ich auf genügend Leistung aus dem Stromnetz zurückgreifen kann. Der Strom aus der Steckdose reicht grundsätzlich, doch bei mehr Leistung verkürzen sich die Ladezeiten merklich.

Vielen Dank für das Gespräch.



© 2009 Winterhalter + Fenner AG / ElectroLAN SA
Alle Texte und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt und dürfen ohne Genehmigung nicht weiter verwendet werden.