Von der Zusammenarbeit mit dem Elektroplaner profitieren

Der Bau eines «Smart Home»

Smart Home Gross

Jürg Grossen, Mitinhaber der Elektroplan Buchs & Grossen AG, im Beratungsgespräch

Der Elektroplaner spielt bei Gebäudeautomations-Projekten eine zentrale Rolle. Mit seinem Know-how berät er den Eigentümer, lässt dessen Wünsche mit dem Architekten zusammen in die Planung einfliessen und unterstützt den Elektroinstallateur bei der Umsetzung.

«Wenn wir als Elektroplaner bei einem Projekt mitarbeiten, verkaufen die Elektroinstallateure mindestens gleich viel oder sogar noch mehr», unterstreicht Jürg Grossen, Mitinhaber der Elektroplan Buchs & Grossen AG, einem Elektroplanungsbüro aus Frutigen.

Beim Bau eines vernetzten Gebäudes sind verschiedene Akteure beteiligt, die ihre Bedürfnisse untereinander austauschen und ihr Know-how koordinieren müssen (siehe Kasten). Jürg Grossens Firma übernimmt unter anderem die Planung der «Intelligenz». Wie wichtig die Arbeit der Fachplaner ist, erfahren manche Bauherren leider erst, wenn ihr Objekt bereits fertiggestellt ist. «Erzähle ich Eigentümern, welche kürzlich ohne Elektroplaner gebaut haben, was mit der heutigen Technik möglich ist, reagieren sie teilweise überrascht», berichtet Jürg Grossen. Weil in ihrem Bauprojekt kein Fachplaner involviert war, haben sie nicht die optimale Ausrüstung erhalten. «Für solche Bauherren ist es sehr ärgerlich. Aus unserer Sicht ist das schade und sollte nicht vorkommen.»

Wenn ein Projekt ideal verläuft

Die Arbeit der Elektroplan Buchs & Grossen AG beginnt, wenn sie von einem Bauherren oder Architekten für ein Projekt angefragt werden. Durch ihre langjährigen Geschäftsbeziehungen kennen die Geschäfts- und Projektleiter mittlerweile viele Architekten, woraus die meisten Anfragen für Planungsofferten stammen.

Der Architekt ermittelt beim Erstkontakt die Bedürfnisse des Kunden und gibt ihm Empfehlungen ab, unter anderem auch für die Elektrotechnik und die Intelligenz im Gebäude. Kommt der Elektroplaner ins Spiel, nimmt er die Feinplanung in enger Absprache mit dem Kunden und dem Architekten in Angriff. Sie sehen sich jeden Raum an, bestimmen Beleuchtungskörper, Elektrogeräte, Steckdosen, LAN-Anschlüsse oder das WLAN-Netzwerk. Ebenso werden Lichtstimmungen für alle Zonen, Zentral-Aus-Schalter und energieeffiziente Systeme bis hin zur Anzahl der Knöpfe bei den Schaltstellen im Detail definiert.

Oftmals treffen bei der Feinplanung grosse Wünsche der Kunden auf deren tiefe Preisvorstellungen, weshalb es zu einer Justierung bei der Ausrüstung kommt. «Wir empfehlen immer eine Grundinvestition, die danach erweitert werden kann. Diese umfasst mindestens Steigzonen und die sternenförmige Verteilung der Rohre und Leitungen», so Jürg Grossen. Nach der Einigung über die Elektroinstallation und die Ausrüstung wird der Auftrag ausgeschrieben, woraufhin ein Elektroinstallateur den Zuschlag erhält. «Je nach vorhandenem Know-how erteilt der Bauherr den Zuschlag mit oder ohne Gebäudeautomation.» Die Materiallieferungen überlassen die seit 21 Jahren in der Elektroplanung tätigen Fachspezialisten der Elektroplan Buchs & Grossen AG dem Elektriker. Auf Wunsch bieten sie die Programmierungen der Gebäudeautomation und die Systemintegration mit ihrer Tochterfirma ElektroLink AG an. Die Leistungen für die Ausführungspläne, Schemata und die Bauführungen werden in der Regel von den Elektroplanern erbracht.

Bei der Bauführung unterstützen sie den Elektriker speziell im Hinblick auf Änderungen, die sich im Verlauf des Baus ergeben. Nach der Fertigstellung kontrollieren die Elektroplaner die Abrechnung im Sinne des Bauherren. Schliesslich werden die Revisionspläne erstellt, die Anlagen in Begleitung der Projektleiter in Betrieb genommen und die Gebäudebenutzer fachgerecht instruiert.

Schwierigkeiten bei einem Projekt

Ein Projekt verläuft jedoch nicht immer reibungslos. Probleme entstehen vor allem, wenn der Fachplaner zu spät involviert wird. Gemäss SIA-Norm gibt der Architekt üblicherweise vor der Ausschreibung bereits eine Kostenschätzung ab. Diese basiert auf Erfahrungswerten, weshalb oft teure Geräte für Küche und Bad, jedoch keine Komponenten für Gebäudeautomation berücksichtig sind. «Wir befinden uns dann in der unangenehmen Lage, schon früh im Projektstadium Mehrkosten rechtfertigen zu müssen und die Kunden sind oft sehr preissensibel.» Aus diesem Grund leisten die Elektroplaner viel Aufklärungsarbeit bei Branchenvertretern und Investoren. «Denn sind die Kosten für eine sinnvolle Gebäudeautomation in den ersten Schätzungen enthalten, können wir sehr schöne und energieeffiziente Projekte erarbeiten und die Kunden sind begeistert.»

Für die Arbeiten der Elektroplaner ist es essenziell, sich am Puls der Zeit zu bewegen. Nur so können sie ihre Kunden kompetent beraten. Sie müssen den Überblick über die grosse Menge an neuen Produkten behalten, die täglich auf den Markt kommen, die technologischen Trends kennen sowie die Gesetzgebung und Preissituation im Auge behalten.

Bei einem Projekt profitieren Elektroinstallateur und -planer gleichermassen voneinander, ist Jürg Grossen überzeugt: «Mit Strom muss man umgehen können, ich habe grosse Hochachtung vor dem Beruf des Elektrikers. Er muss alle Vorschriften und Baunormen kennen und nicht zuletzt gutes Personal finden und führen können. Da ist es schwierig, nebenbei noch alle Produktlancierungen, Trends und Preissituationen verfolgen zu können. Deshalb ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Elektroplaner und -installateur sehr wichtig.»

Gebäudeautomation in den nächsten fünf Jahren

Die Gebäudeautomation sieht er in einem Wandlungsprozess. Intelligente Gebäudesteuerungen seien in den vergangenen Jahren immer interessanter geworden, die Leute verstehen es und können die Systeme dank Lifestyle-Produkten wie Smartphones heute sehr einfach bedienen. Ebenfalls sei es nur eine Frage der Zeit, bis die grossen Firmen aus dem Silicon Valley noch stärker auf den Markt kommen. Diese bieten schon alles in den «Consumer Electronics», weshalb es nur noch einen kleinen Schritt zum Thermostaten, dem Schalter oder der Leuchte sei. Trotz der grossen Veränderungen sieht Jürg Grossen den Beruf des Elektroinstallateurs als gesichert an. «Strom und Leitungen braucht es immer», bringt er seine Einschätzung auf den Punkt. «Die Prioritäten werden sich verschieben, wie wir es in den letzten Jahren schon bei der Festnetztelefonie erlebt haben. Es braucht vielleicht weniger Schalter, dafür mehr Kommunikation und sicherlich auch mehr Beratung und Planung, da die Komplexität kontinuierlich zunimmt.»

Vorschau: Die Arbeit des Systemintegrators

Dem Blickwinkel des Systemintegrators widmet sich der Bericht in der nächsten Journal-Ausgabe. Welches Know-how braucht er, um ein Smart Home auszurüsten, wie erreicht er den benötigten Wissensstand und wie geht er die Aufgabe an.

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