Interview

Ein Unfall passiert nicht, sondern er wird gemacht

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Josef Schmucki, ist Diplomierter Elektroinstallateur und Experte für Niederspannungsinstallationen.

Josef Schmucki erzählt im Interview über seine Tätigkeit bei Electrosuisse und wie man sich im Berufsalltag am besten vor Unfällen schützen kann.

Was ist Ihre Tätigkeit bei Electrosuisse?
Josef Schmucki: Während meiner 20-jährigen Tätigkeit bei Electrosuisse konnte ich mir in Bezug auf Normierung und Schutz gegen elektrische Schläge ein breites Wissen aneignen, insbesondere bei Niederspannungsinstallationen. Bei Electrosuisse bin ich als Projektleiter tätig: Meine Schwerpunkte bei Electrosuisse sind Weiterbildung, die Normierungsarbeit und damit verbunden ist das Schreiben von Fachartikeln oder Referate an Fachveranstaltungen.

In der modernen Unfallprävention arbeitet man vermehrt mit Best-Cases. Wann hat der Elektroinstallateur aus Ihrer Sicht beispielhaft gehandelt?
Es stimmt: Heute arbeiten wir eher mit positiven Beispielen. Für die Sensibilisierung helfen aber auch die negativen Bilder. Für mich ist es dann perfekt, wenn der Elektroinstallateur weiss und sich bewusst ist, an was er arbeitet. Zentral ist, dass er eine Schutzausrüstung trägt und die entsprechenden, sprich isolierten, Werkzeuge einsetzt. Wenn er beispielsweise eine Hauptverteilung installiert und eine Abdeckung wegnimmt, muss sich der Installateur zuvor im Klaren sein, was passiert, wenn es zu einem Lichtbogen kommt. Zu diesem kommt es wegen eines Kurzschlusses. Die modernen Anlagen sind heute so gebaut, dass die Wahrscheinlichkeit eines Kurzschlusses auf ein vertretbares Minimum reduziert wird.

Wie wichtig ist die «5+5 Regel»?
Sie ist extrem wichtig. Die ersten fünf Regeln gibt es schon sehr lange. Mit den Jahren hat man herausgefunden, dass es trotz der fünf Sicherheitsregeln noch ein paar Schlupflöcher gab, die zu Unfällen führen konnten. Unter dem Motto «250 Leben» hat die Suva vor rund sieben Jahren für die Bau- und Elektrobranche die «+5 Regeln» eingeführt, um diese Lücken zu schliessen.

Können Sie ein solches Schlupfloch nennen?
Ein Punkt ist, dass die Netze immer stärker werden. Sei es in einem Industriebetrieb oder Wohnquartier. Das heisst, dass es im Fehler zu grösseren Flammbogen-Leistungen kommt, was zu ganz üblen Verletzungen und Verbrennungen oder sogar zum Tod führen kann. Bei den Elektrikern kommt es glücklicherweise relativ wenig zu tödlichen Unfällen: 2016 wurde zum ersten Mal seit längerer Zeit kein einziger tödlicher Elektrounfall verzeichnet. Es ist davon auszugehen, dass die Suva Kampagne «Sichere Elektrizität» ihre Wirkung zeigt.






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